aktuelle Lehrveranstaltungen

Lehre im Sommersemester 2020

 

Internationale Klimapolitik: Instrumente, Akteure, Proteste

Seminar
Dozentin: Dr. Kristina Dietz
Dienstag, 16-18 Uhr
Raum: Kurt-Wolters-Straße 3 – Raum 1120
Beginn: 14.04.2020
BA Politik Modul 3, L2, L3, L4

Der Klimawandel ist das zentrale politische Thema der Gegenwart. Greta Thunberg, Fridays for Future, Extinction Rebellion, Klimagerechtigkeitsbewegungen,… alle fordern eine schnelle und radikale Reduzierung der CO2-Emissionen, um den menschengemachten Klimawandel auf ein Maß zu reduzieren, das einen Anstieg der globalen Temperatur von 1,5° C nicht überschreitet.
Jenseits der aktuellen sozialen Proteste für eine wirksame und radikale Klimapolitik, bemüht sich die so genannte „internationale Gemeinschaft“ im Rahmen der UN seit Anfang der 1990er Jahre um international verbindliche Maßnahmen zum Klimaschutz. Das 2015 verabschiedete Pariser Klimaabkommen ist ein Ergebnis dieses Prozesses.
Das Seminar führt in die internationale Klimapolitik ein und stellt zentrale wissenschaftliche Erkenntnisse, Abkommen, Begriffe, Instrumente, Akteure und Konflikte internationaler Klimapolitik vor. Unter Anwendungen von kritischen Theorien der internationalen Beziehungen und der Politischen Ökologie fragen wir nach den Gründen der Klimakrise, der Schwierigkeiten ein verbindliches internationales Regelwerk zu verabschieden und diskutieren die Forderungen der neuen Protestbewegungen.

 

Nachhaltige Entwicklung im 21. Jahrhundert: aktuelle Herausforderungen und Ansätze

Seminar
Dozentin: Dr. Kristina Dietz
Mittwoch, 16-18 Uhr
Raum: Nora-Platiel-Straße 6 – Raum 0212
Beginn: 14.04.2020
BA Politik Modul 5, L3, L4

Mit „Nachhaltiger Entwicklung“ schien in den 1980er Jahren ein Entwicklungsparadigma gefunden worden zu sein, das es ermöglicht, Ökonomie, Ökologie und Soziales dauerhaft in Einklang zu bringen. Heute, fast 30 Jahre nachdem der Ansatz erstmalig vorgestellt wurde, stellt sich nach wie vor die Frage, wie und ob eine nachhaltige Entwicklung erreicht werden kann. Das Seminar führt in das Konzept der Nachhaltigen Entwicklung ein, stellt zentrale Annahmen vor und zeigt, wie sich das Verständnis von nachhaltiger Entwicklung von den 1980er Jahren bis heute verändert hat. Das Seminar stellt wichtige Konzepte und Instrumente vor, wie die Sustainable Development Goals (SDGs), das Konzept der Grünen Ökonomie, oder Ansätze der sozial-ökologischen Transformation und fragt nach ihren Akteuren, Zielen, Methoden und Strategien. Abschließend ziehen wir eine kritische Bilanz von 30 Jahren nachhaltiger Entwicklung und diskutieren aktuelle Herausforderungen und alternative Ansätze.

 

Soziale Ungleichheiten in Lateinamerika

Seminar
Dozentin: Dr. Kristina Dietz
Donnerstag, 10-12 Uhr
Raum: Nora-Platiel-Straße 9 – Raum 0402
Beginn: 16.04.2020
BA Politik Modul 5, MA Politik Modul 3, L3, L4

Das Seminar bietet einen Überblick über theoretisch-methodische Ansätze und aktuelle Debatten der Forschung zu sozialen Ungleichheiten in Lateinamerika. Wir lernen unterschiedliche theoretische Kategorien zur Analyse von Ungleichheiten kennen: Klasse, Gender, race, Ethniziät) und nehmen die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen und Konflikte in der Region in den Blick. Wir diskutieren die (Re-)Produktion sozialer Ungleichheiten in der Region im Zusammenhang mit Kolonialismus, Demokratieentwicklung, Rassismus, Intersektionalität, Extraktivismus, ökologischen Krisen und transnationalen Verflechtungen.

 

Contentious politics, soziale Bewegungen und politischer Protest

Seminar
Dozentin: Dr. Kristina Dietz
Mittwoch, 10-12 Uhr
Raum: Moritzstr. 18, Campus Center – Raum 1110, Seminarraum 1
Beginn: 15.04.2020
MA Politik Modul 6

Das Seminar bietet einen Überblick über die theoretisch-methodischen Ansätze und aktuellen Debatten der Forschung zu contentious politics, sozialen Bewegungen und politischem Protest. In Arbeitsgruppen beziehen wir die Ansätze auf Fallbeispiele aus unterschiedlichen Kontexten.

 

The Political Economy of Mining in the Global South

Seminar
Dozentin: Alexandra Bechtum
Montag, 10-12 Uhr
Raum: ICDD (small seminar room), Kleine Rosenstr. 1-3
Beginn: 20.04.2020
MA GPED MSOC 6; MA Politik Modul 3 „Area Studies, BA Politik Modul 5

Since the 1990s, countries of the Global South have experienced an unprecedented boom in resource exploration and exploitation. Even though the extraction of metals and fossil fuels (oil, gas) has historically been considered central to economic development, it has once more provoked controversial discussions about their current and future role in the global economy. However, the mining boom is fervently debated along all political scales, from the local “sacrifice zones” where extraction takes place, over national politics up to global markets. The seminar critically discusses how resources are extracted, appropriated and distributed and what role they play for national economies. We shed light on how mining is both contested and legitimized by actors like governments, corporations, NGOs and activists. We focus on case studies from Latin America, Africa and Asia.

 

Politische Ökonomie transnationaler Unternehmen

Seminar
Dozent: Jan Ickler
Montag, 14-16 Uhr
Raum: Arnold-Bode 2 – Raum 0409
Beginn: 20.04.2020
BA Politik Modul 3, L2, L3, L4

Egal ob im IT-Sektor, den Rohstoffmärkten oder in der Automobilbranche: Große, global tätige Unternehmen bestimmen die Weltmärkte. Die Globalisierung macht’s möglich. Doch inwieweit und auf welche Weise reorganisieren transnationale Unternehmen den globalen Kapitalismus? Wie reagieren nationale Politik und Gesellschaften auf diese Herausforderungen? Und: Lässt sich so etwas wie das Aufkommen einer transnationalen kapitalistische Klasse beobachten?
Das Seminar geht aus einer Perspektive der Politischen Ökonomie auf diese Fragen ein. Dabei widmet es sich nicht kritisch dem Globalisierungsbegriff, sondern spürt der Rolle transnationaler Unternehmen in der internationalen Wirtschaft nach. Das Seminar gliedert sich in einen theoretischen Teil, der verschiedene Perspektiven auf transnationale Unternehmen vorstellt und die Diskussion von einzelnen Fallbeispielen.

Das Seminar richtet sich an lese- und diskussionsfreudige Studierende, die sich gerne tiefer mit Themen (internationaler) politischer Ökonomie beschäftigen möchten.

 

Rente und Entwicklung

Seminar
Dozent: Dr. Warnecke-Berger
Donnerstag, 10-12 Uhr
Raum: Arnold-Bode 10 – Raum 0104
Beginn: 16.04.2020
MA Politik Modul 3, L2, L3, L4

Einige Gesellschaften Lateinamerikas gehörten zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Gruppe der reichsten Länder weltweit an. Argentinien beispielsweise wird zu dieser Zeit immer wieder mit Kanada oder Australien verglichen. Trotz dieser vermeintlich ähnlichen Ausgangslage schlugen die meisten Gesellschaften Lateinamerikas einen abweichenden Entwicklungspfad ein, der bis heute mit den Schlagwörtern Abhängigkeit, sozialer Ungleichheit und teilweise auch Autoritarismus umschrieben wird. Dieses empirische Puzzle nimmt das Seminar als Ausgangsfrage, um vor dem Hintergrund der Geschichte Lateinamerikas in politökonomische Theorien der Rente einzuführen. Das Seminar vermittelt theoretische Kenntnisse im Bereich der Entwicklungstheorie sowie der politischen Ökonomie und stellt gleichzeitig wichtige Strukturmerkmale lateinamerikanischer Gesellschaften vor. Leselust und Interesse an wissenschaftlicher Diskussion werden vorausgesetzt.

 

Bürgerkriegsforschung

Seminar
Dozent: Dr. Warnecke-Berger
Donnerstag, 14-16 Uhr
Raum: Möncheberg 7 – Raum 0607
Beginn: 16.04.2020
MA Politik Modul 4

Seit dem Ende des zweiten Weltkriegs hat die Anzahl der weltweit geführten bewaffneten Konflikte zugenommen und fand ihren vorläufigen Höhepunkt in den 1990er Jahren. In Zahl und Ausmaß dominieren heute Bürgerkriege das globale Kriegsgeschehen. Dabei ist die Zahl bewaffneter Konflikte, die zwischen mehr als zwei kriegsführenden Parteien ausgetragen werden (multiparty wars), in den letzten Jahrzehnten stetig angestiegen. Zudem hat sich die Unterscheidung zwischen konventioneller und nicht-konventioneller Kriegsführung als unzureichend erwiesen, da die Anwendung „irregulärer“ Strategien zunimmt. Drittens schließlich fragmentieren Bürgerkriege im Zeitverlauf, da entweder alte kriegsführende Parteien auseinanderbrechen oder aber neue Akteure hinzukommen und internationale und transnationale Kriegsdynamiken bilden können. Die Bürgerkriegsforschung reagiert damit mit einer enormen Multiplikation von Begriffen und Konzepten, ohne dass jedoch bisher ein Konsens erreicht werden konnte. Das Seminar führt in die quantitative und qualitative Bürgerkriegsforschung ein. In einem ersten Block wird die Empirie des Kriegsgeschehens diskutiert, um dann in einem zweiten Block Ansätze zu besprechen, die auf Ursachen von Bürgerkriegen abheben. In einem dritten Block wird schließlich auf Dynamiken von Bürgerkriegen eingegangen, um damit das Gewaltgeschehen in Bürgerkriegen zu analysieren.

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