aktuelle Lehrveranstaltungen

Sommersemester 2017

 

Entwicklungstheorie von heute – Entwicklungspolitik von morgen

Seminar
Dozent: Prof. Dr. Hans-Jürgen Burchardt
Dienstag, 10-12 Uhr
Raum: Arnold-Bode-Str. 10, Raum 0225
Beginn: 25.04.2017 (zweite Woche)

BA Politikwissenschaft Modul 4, BA NF Mo 3, Lehramt Politik und Wirtschaft, Modul 8

Das 21. Jahrhunderts stellt die Entwicklungstheorie und -politik vor neue Herausforderungen: Afrika, Asien und Lateinamerika befinden sich im Aufwind. Teilweise beeindruckende Wachstumsraten, relativ geringe Krisenanfälligkeit sowie ein erstarkender Einfluss auf Weltwirtschaft und -politik erwecken den Eindruck, dass die internationale Ordnung mit Beginn des 21. Jahrhunderts vielfältiger wird. Mit Blick auf China und Indien wird bereits ein `asiatisches Jahrhundert‘ prognostiziert. Aus einer regionenübergreifenden Perspektive stellen sich aber verschiedene Fragen: Gelingt es, alte Entwicklungspfade und Abhängigkeiten zu verlassen und ein neues Fundament aufzubauen, welches stärker auf eigenständige und nachhaltige Entwicklung setzt? Oder wird der Globale Süden weiterhin vor allem von Weltmarkteinflüssen dominiert, durch die ein Aufstieg jederzeit auch wieder in eine neue Krise münden kann? Die Veranstaltung befasst sich mit aktuellen politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Dynamiken im Globalen Süden. Dazu werden die neuen Facetten der Entwicklungspolitik vorgestellt und ihr Innovationsgehalt geprüft. Über die Themenschwerpunkte Arbeit und Umwelt werden dann zwei Kernfragen der Entwicklung aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet, um abschließend zu diskutieren, wie die Entwicklungspolitik und -theorie der Zukunft auszusehen hat. Es wird ein Textbuch gestellt.

 

Umwelt und Entwicklung in globaler Perspektive

Seminar
Dozent: Prof. Dr. Hans-Jürgen Burchardt
Dienstag, 14-16 Uhr
Raum: Kurt-Wolters-Str. 3, Raum 1120
Beginn: 25.04.2017 (zweite Woche)

BA Politikwissenschaft Modul 4, BA NF Mo 3, Lehramt Politik und Wirtschaft Modul 8

Umweltpolitische Themen gewinnen für die (internationale) Politik an Bedeutung. In der Praxis erscheinen ökologische Bedenken gegenüber dem dominanten Wachstumsimperativ jedoch oft als Papiertiger. In der Veranstaltung werden zunächst die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen einer intensiven Rohstoffausbeutung sowie die damit verbundenen teils heftigen sozial-ökologischen Konflikte in den Ländern des Globalen Südens erörtert. Weiterhin werden aktuelle Vorschläge für ökologische Alternativen zum dominanten Wachstumsmodell vorgestellt, die Wege in eine umweltschonende und lebenswerte Zukunft eröffnen und die heute schon in Schulen und Universitäten vertiefend diskutiert werden sollten. Es wird ein Textbuch gestellt.

 

Vom Süden lernen

Seminar
Dozent: Prof. Dr. Hans-Jürgen Burchardt
Dienstag, 16-18 Uhr
Raum: Arnold-Bode-Str. 10, Raum 0225
Beginn: 25.04.2017 (zweite Woche)

MA Politikwissenschaft Modul 4 fachübergreifend

Die Welt befindet sich im Umbruch. Krisenerscheinungen in Politik, Gesellschaft und Ökologie erschüttern Europa und Nordamerika. Während das „Ende der Geschichte“ schon längst in Vergessenheit geraten ist, zeichnet sich die Politik heute oft durch Orientierungslosigkeit aus. Dabei kann ein Blick über den Tellerrand helfen: Viele der aktuellen Probleme der westlichen Gesellschaften werden im Globalen Süden bereits seit langer Zeit debattiert und haben innovative Lösungsstrategien hervorgebracht, die teilweise mit beachtlichen Erfolgen umgesetzt wurden.
Im Seminar wird zunächst in konzeptionelle, historische und theoretische Grundlagen zum Globalen Süden eingeführt. Mit Fokus auf Lateinamerika werden anschließend aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze aus dem Süden vorgestellt und analysiert. Im dritten Teil der Lehrveranstaltung werden diese Themen dann mit Experten aus Europa und Lateinamerika diskutiert. Dies beinhaltet die Teilnahme an deutsch- und englischsprachigen Vortragsveranstaltungen sowie deren Dokumentation und Aufbereitung. Das Seminar bietet auf diese Weise einen praxisnahen Einblick in aktuelle Diskussionen aus Lateinamerika und möchte den Austausch mit Studierenden unterschiedlicher Fachrichtungen stärken sowie Anregungen für politische und gesellschaftliche Veränderungen geben.

 

Rohstoffe in der internationalen Umweltpolitik: Theorie und Empirie des Extraktivismus

Seminar
Dozent: Dr. Stefan Peters
Montag, 10-12 Uhr
Raum: Nora-Platiel-Str. 5, Raum 1108
Beginn: 24.04.2017 (zweite Woche)

MA Politikwissenschaft Modul 4, Lehramt Politik und Wirtschaft, Modul 8

Die internationale Rohstoffpolitik ist ein zentrales Feld der Nord-Süd-Beziehungen. Trotz weltwirtschaftlicher Verschiebungen findet weiterhin ein Großteil der Rohstoffausbeutung im Globalen Süden statt, während die Weiterverarbeitung und der Konsum sich überwiegend im Globalen Norden konzentrieren. Galt die Konzentration auf die Rohstoffausbeutung lange Zeit als veritabler entwicklungspolitischer Fluch, ließ sich im Fahrwasser hoher Weltmarktpreise zu Beginn des 21. Jahrhunderts ein neuer Rohstoffoptimismus in Wissenschaft, Politik und Internationalen Organisationen beobachten. Diese Kehrtwende fand ihren Widerhall in der Expansion und Intensivierung der Rohstoffausbeutung in breiten Teilen insbesondere des Globalen Südens. Im Seminar sollen Auswirkungen der Dynamiken der internationalen Rohstoffpolitik auf die Förderstaaten vertiefend analysiert werden. Dafür wird zunächst ein knapper Überblick zu den Dynamiken der internationalen Rohstoffpolitik sowie den Theorien rohstoffbasierter Entwicklung gegeben. Auf dieser Basis wird ein gemeinsames Analyseraster entwickelt, das im Anschluss auf Extraktionsmodelle in verschiedenen Regionen des Globalen Südens angewandt wird. Auf diese Weise möchte das Seminar einen Beitrag zu entstehenden Debatten der komparativen Extraktivismusforschung leisten sowie die Möglichkeiten und Grenzen rohstoffbasierter Entwicklungsmodelle diskutieren.

Literatur:
Engels, Bettina / Dietz, Kristina (2017): Contested Extractivism, Society and the State: Struggles over Mining and Land. London.
Fischer, Karin / Jäger, Johannes / Schmidt, Lukas (2016): Rohstoffe und Entwicklung: Aktuelle Auseinandersetzungen im historischen Kontext. Wien.
Peters, Stefan / Burchardt, Hans-Jürgen (2017): Umwelt und Entwicklung in Globaler Perspektive. Ressourcen – Konflikte – Degrowth. Frankfurt (Main).

 

Southern (Dis-)Comfort: Politisch-Ästhetische Impulse aus Lateinamerika

Seminar
Dozent: Dr. Stefan Peters / Dr. Patrick Eser
Dienstag, 16-18 Uhr
Raum: Moritzstr. 18, Campus Center, Raum 1111, Seminarraum 2
Beginn: 18.04.2017

BA Politikwissenschaft Modul 5 Forschung & Praxis

Die diesjährige documenta regt zu einem Perspektivwechsel an: Wer die heutige Welt verstehen will, muss sich in Politik und Kultur von liebgewonnenen Gewohnheiten trennen und über den Tellerrand hinausschauen. Die Kultur- und Sozialwissenschaften bieten hierfür nicht nur theoretisch – etwa mit Ansätzen zur Kritik am Eurozentrismus –, sondern auch empirisch vielfältige Anknüpfungspunkte. Dazu gehören der Umgang mit Gewalt, Autoritarismus und Zensur ebenso wie die Bearbeitung und Repräsentation sozialer Ungleichheiten im urbanen Raum oder der Kampf gegen die Reproduktion von rassistischen und sexistischen Stereotypen. Im Seminar werden am Beispiel Lateinamerikas und mit Fokus auf die Themen Ungleichheit und Erinnerung verschiedene politisch-ästhetische Impulse in Politik und Kultur vorgestellt und diskutiert sowie im Rahmen von deutsch- und englischsprachigen Fachvorträgen vertieft. Das Seminar ist interdisziplinär ausgerichtet und wird philologisch-kulturwissenschaftliche Zugänge mit sozialwissenschaftlichen kombinieren, vergleichen und in Dialog bringen. Das Seminar setzt an das Seminar Vom Süden lernen – The South as a Mental State aus dem Wintersemester an und führt die dort beispielhaft diskutierten sozialen, politischen und kulturell-künstlerischen Themen, Aspekte und Entwicklungen aus dem lateinamerikanischen „Globalen Süden“ fort.

 

Politische Umbrüche in Lateinamerika – Ein bilanzierender Besuch (mit Exkursion)

Projektseminar
Dozentin: Alexandra Bechtum
Montag, 16-18 Uhr
Raum: Moritzstr. 18 Campus Center / Raum 1118, Seminarraum 5
Beginn: 24.04.2017 (zweite Woche)

BA Politikwissenschaft, Modul 5, Praxisbezug; Lehramt Politik und Wirtschaft, Modul 9

Seit Ende des 20. Jahrhunderts haben in der Region eine Reihe linksgerichteter politischer Kräfte die Regierungen übernommen und die neoliberalen Reformen der 1980er und 1990er Jahre durch teilweise innovative wirtschafts- und sozialpolitische Maßnahmen ersetzt, neue politische Partizipationsformen etabliert, die Stärkung indigener Rechte sowie teilweise die Aufarbeitung der Militärdiktaturen vorangetrieben. Gleichzeitig mehrten sich in den letzten Jahren jedoch Stimmen, die einen zunehmenden Autoritarismus, wachsende ökonomische Ungleichgewichte beobachten und die Nachhaltigkeit des Wachstumsmodells hinterfragen. In den letzten Jahren kommt es jedoch zu einem Erstarken rechtskonservativer politischer Kräfte (z.B. aktuell Argentinien und Brasilien), die sich wirtschaftspolitisch als liberal präsentieren und Stabilität und Wohlstand versprechen. Einige BeobachterInnen sprechen bereits jetzt von einer weiteren Zäsur in der lateinamerikanischen Politik, die intensive politische und akademische Kontroversen herausfordern.

Das Projektseminar bereitet die Teilnahme an einer Berlin-Exkursion zu verschiedenen Botschaften lateinamerikanischer Staaten vor. Hierfür werden zunächst in zentrale Aspekte der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft Lateinamerikas eingeführt und die zu beobachtenden Veränderungen und Umbrüche an Hand ausgewählter Fallbeispiele erörtert. In Berlin werden die inhaltlichen Themen in Gesprächen mit Botschaftsvertreter_innen diskutiert sowie in übergreifenden Veranstaltungen mit politischen Stiftungen bilanziert. Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung mit den kontroversen Themen dient die Exkursion zudem zum Erlernen eines sicheren Auftretens auf dem (internationalen) politischen und diplomatischen Parkett, der Ermöglichung von Kontakten zu etwaigen Praktikumsplätzen und Arbeitgebern sowie dem Kennenlernen von Politik, Gesellschaft und Kultur verschiedener lateinamerikanischer Länder.

Die Teilnahme an der Exkursion nach Berlin wird weitgehend aus Mitteln des Fachbereichs gefördert, es ist aber ein Eigenbeitrag von ca. 60 € zu entrichten. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung bis zum 10. April 2017 erforderlich. Die Teilnahme an der Tagung ist für den Leistungserwerb obligatorisch.
Die Exkursion findet vom 12.-14. Juli statt.

 

Die Europäische Union und die Staaten Subsahara Afrikas

Seminar
Dozentin: Dr. Frauke Banse
Mittwoch, 10-12 Uhr
Raum: Gottschalkstraße 12, 2. Stock, Promotionskolleg
Beginn: 19.04.2017

BA Politikwissenschaft, Modul 2b; Lehramt Politik und Wirtschaft, Modul 9

Die Beziehung zwischen den Staaten der Europäischen Union und den Staaten Subsahara Afrikas sind durch Kolonialismus, ungleiche wirtschaftliche Beziehungen, Entwicklungshilfe, Migration und immer wieder auch Militärinterventionen geprägt.

In dem Seminar werden wir uns sowohl der Kolonialgeschichte, den Prozessen der Entkolonialisierung wie auch der aktuellen Beziehung zwischen der EU und den Staaten Subsahara Afrikas widmen. Die Veranstaltung dient zum einen dazu, einen Überblick über die komplexen Beziehungen in den oben genannten Bereichen zu bekommen. Anhand von Beispielregionen (Region der Gr. Seen sowie Westafrika) werden zudem Einzelfragen insbesondere zu den wirtschaftlichen Beziehungen sowie zur Entwicklungshilfe für staatliche Institutionen vertieft behandelt. Anhand dieser beiden thematischen Schwerpunkte können Phänomene der Globalisierung und die Auseinandersetzung um Gute Regierungsführung/ Good Governance exemplarisch untersucht und diskutiert werden.

Intensive Lektüre auch englischsprachiger Texte und Bereitschaft zu einem gut vorbereiteten Referat/ einer aktiven Mitarbeit in Arbeitsgruppen werden vorausgesetzt.

 

Methoden der empirischen Sozialforschung

Seminar
Dozentin: Dr. Frauke Banse
Dienstag, 14-16 Uhr
Raum: Moritzstr. 18 Campus Center – Raum 1110, Seminarraum 1
Beginn: 18.04.2017

MA Politikwissenschaft, Modul 5

Politische Argumente basieren häufig auf mittels empirischer Sozialforschung erhobenen Daten: Meinungsumfragen, Organisationsanalysen, Bewusstseinsstudien, Wirkungsanalysen. Um die Aussagekraft dieser Forschungsergebnisse beurteilen zu können, muss über die Methoden Rechenschaft abgelegt werden: Welche Fragebögen lagen der Untersuchung zu Grunde, wie wurden die Befragten ausgewählt, wie war das Verhältnis zwischen quantitativen und qualitativen Methoden, wie viele Personen wurden befragt, wie war die Situation in den Interviews oder der Gruppendiskussion etc.? Diese und andere Elemente beeinflussen das Untersuchungsergebnis und damit Aussagen über die Realität. Diesen forschungspraktischen Überlegungen liegen bestimmte Annahmen über die Beschaffenheit von Gesellschaft und die Möglichkeiten, diese genauer zu erfassen, zu Grunde. Diese Annahmen wiederum begründen das generelle methodologische Herangehen: Das Verhältnis von Theorie und Empirie, von quantitativer und qualitativer Forschung, die Annahme von Kausalbeziehungen, die Auswahl der untersuchten gesellschaftlichen Gruppen, die eigene Reflexion über sich selbst als forschende Person, Struktur und Inhalt von Fragebögen u. v. m.

Im ersten Teil des Seminars befassen wir uns mit den erkenntnistheoretischen und methodologischen Fragen der empirischen Sozialforschung. Im zweiten Teil wird es praktisch – in Arbeitsgruppen sollen eigene kleine qualitative Forschungsvorhaben umgesetzt werden.

Das Seminar setzt eine regelmäßige Lektüre der Texte und die Teilnahme an den Sitzungen ebenso voraus wie das Engagement in den Arbeitsgruppen.

 

Das iPhone, China und die Globalisierung Seminar

Seminar
Dozent: Floris Biskamp
Donnerstag, 14-16 Uhr
Moritzstraße 18, Campus Center / Seminarraum 2 (1111)
Beginn: 20.04.2017

BA Politikwissenschaft Modul 2b, Lehramt Politik und Wirtschaft, Modul 2

Seit den 1990ern ist die Rede von der ‚Globalisierung‘, der ‚globalisierten Wirtschaft’ oder gar der ‚globalisierten Welt‘ allgegenwärtig. In diesem einführenden Seminar werden die grundlegenden Fragen des Themenkomplexes diskutiert: Was heißt Globalisierung? Ist Globalisierung wirklich ein neues Phänomen? Welche Konsequenzen hat Globalisierung für die politischen Handlungsmöglichkeiten? Welche (alternativen) Formen von Globalisierung gibt es oder könnte es geben? Diese Fragen werden im Seminar auf einem einführenden Niveau diskutiert und am Beispiel Chinas und der Produktion von Elektronikartikeln wie dem iPhone illustriert.

Wegen zu großer Ähnlichkeit in der Lektüregrundlage ist das Seminar nicht geeignet für Studierende, die bereits Prof. Dr. Scherrers Vorlesung zur Einführung in Globalisierung und Internationale Politische Ökonomie gehört haben.

Die Zahl der Teilnehmer_innen ist auf 30 begrenzt. Bei der Zulassung werden diejenigen zuerst berücksichtig, die sich im HIS-POS zuerst anmelden. Wer sich anmeldet, aber bei der ersten Sitzung unangekündigt fehlt, verliert den Platz wieder. Voraussetzung für das Erbringen einer Studien- oder Prüfungsleistung ist die regelmäßige und aktive Lektüre der Textgrundlage.

 

Die Islamische Republik Iran, der Atomstreit und die Internationalen Beziehungen

Seminar
Dozent: Floris Biskamp
Mittwoch, 18-20 Uhr
Moritzstraße 18, Campus Center / Seminarraum 1 (1110)
Beginn: 19.04.2016

MA Global Political Economy Modul MCC V

Der „Atomstreit“ zwischen dem Iran auf der einen Seite und zahlreichen, insbesondere westlichen Staaten auf der anderen war einer der meistbeachteten politischen Konflikte der vergangenen Jahre. Der Streit erstreckte sich – bislang! – von der Aufdeckung des iranischen Atomprogramms im Jahr 2002 bis zum Inkrafttreten eines Abkommens im Januar 2016. Auf dem Spiel stehen dabei zunächst der iranische Anspruch auf ein nach eigenen Angaben rein ziviles Atomprogramm auf der einen Seite und die Angst zahlreicher Staaten vor iranischen Atomwaffen auf der anderen.

In der ersten Hälfte des Seminars erarbeiten wir uns auf Grundlage gemeinsamer Textlektüre die politischen und technischen Hintergründe des Streits sowie seinen zeitlichen Ablauf. In der zweiten Hälfte geht es darum, diese Prozesse und Konstellationen aus der Perspektive verschiedener Theorien der Internationalen Beziehungen zu analysieren. Die Bereitschaft zur regelmäßigen Textlektüre und zum Halten eines Referats wird vorausgesetzt.

Die Zahl der Teilnehmer_innen ist auf 20 begrenzt. Bei der Zulassung werden diejenigen zuerst berücksichtig, die sich im HISPOS zuerst anmelden (Windhund-Verfahren). Wer sich anmeldet, aber bei der ersten Sitzung unangekündigt fehlt, verliert den Platz wieder. Voraussetzung für das Erbringen einer Studien- oder Prüfungsleistung ist eine aktive Teilnahme sowie die regelmäßige Lektüre der Textgrundlage.

 

Einführung in die postkolonialen Studien

Seminar
Dozent: Floris Biskamp
Donnerstag, 10-12 Uhr
Moritzstraße 18, Campus Center / Seminarraum 4 (1117)
Beginn: 20.4.2017

BA Politikwissenschaft Modul 2b, Lehramt Politik und Wirtschaft, Modul 2

Die postkolonialen Studien befassen sich mit dem Fortwirken des Kolonialismus nach seinem formalen Ende, v.a. mit kolonial geprägten Denkweisen und Darstellungsformen. Nach einem kurzen Rückblick auf die Geschichte des Kolonialismus und seiner Legitimation geht es im Seminar zunächst um die Begriffsdefinition, dann aber v.a. um die gemeinsame Lektüre einiger zentrale Texte verschiedener postkolonialer Theoretiker_innen (Hall, Fanon, Said, Bhabha, Spivak, Mohanty, …), sowie um die Anwendung postkolonialer Konzepte in unterschiedlichen Politikfeldern.

Die Zahl der Teilnehmer_innen ist auf 30 begrenzt. Bei der Zulassung werden diejenigen zuerst berücksichtig, die sich im HIS-POS zuerst anmelden. Wer sich anmeldet, aber bei der ersten Sitzung unangekündigt fehlt, verliert den Platz wieder. Voraussetzung für das Erbringen einer Studien- oder Prüfungsleistung ist die regelmäßige und aktive Lektüre der Textgrundlage.

 

The Crisis of Representation and the Rise of Populism in the European Union  

Seminar
Floris Biskamp
Blocktermine 6.6.2017, 22.6. 2017, 29.6. 2017, 30.6. 2017, 7.7. 2017
Kleine Rosenstraße 1-2, ICDD, Raum 3023
Beginn: 6.6.2017, 16 Uhr

Seminar des European Summer Institute des ICDD und der Rutgers University

In recent years, many polities not only within the European Union are facing a number of interconnected economic and political crises. In our seminar, we will focus on the crisis of the traditional forms of political representations and its connection to the rise of populist movements right and left.

 

Soziale Bewegungen in Lateinamerika: Zwischen Emanzipationen und Exklusionen

Seminar
Dozentin: Johanna Leinius
Freitag, 12-16 Uhr
Raum: Seminarraum im Kolleg “Global Social Policies&Governance”, Gottschalkstr. 10-12
Beginn: 21.04.2017, 19.5., 2.6., 9.6., 30.6., 14.7.

BA Politikwissenschaft Modul 4

Im Rahmen des Seminars untersuchen wir die Kämpfe der sozialen Bewegungen in Lateinamerika aus einer intersektionalen Perspektive. Wir zeichnen nach, wie lateinamerikanische soziale Bewegungen hegemoniale Machtstrukturen in Frage stellen und welche Vorstellungen von Gleichheit, Gerechtigkeit und dem guten Leben sie leiten.

Wir werden uns den Gesellschaften und der Politik Lateinamerikas aus der Perspektive derjenigen annähern, die gegen ihre Exklusion und Marginalisierung in der Mehrheitsgesellschaft kämpfen. Wir werden aber auch die Machtdynamiken innerhalb der Bewegungen in den Blick nehmen. Der besondere Fokus des Kurses wird auf den feministischen und den Frauenbewegungen Lateinamerikas sowie der Rolle von Frauen innerhalb gemischter sozialer Bewegungen sein.

Im ersten Teil des Kurses erarbeiten wir ein konzeptionelles Gerüst, mit dem soziale Bewegungen in Lateinamerika untersucht werden können. Nach der Vorstellung der grundlegenden Theorien sozialer Bewegungen werden wir uns mit den pädagogischen Praktiken und Strategien sozialer Bewegungen sowie mit der Rolle von Gender im lateinamerikanischen Aktivismus beschäftigen. Im zweiten Teil des Seminars nutzen die Studierenden dieses konzeptionelle Gerüst, um eine der sozialen Bewegungen Lateinamerikas in Hinblick auf eine gemeinsam erarbeitete Fragestellung genauer zu untersuchen und dann im Seminar vorzustellen. Im dritten Teil des Seminars wenden wir das erarbeitete Wissen an, um die breiteren Dynamiken der sozialen Bewegungen in Lateinamerika, ihre Potentiale und Schwierigkeiten besser zu verstehen.

Die Bereitschaft intensiver Textlektüre (auch englischer Texte) und die aktive Mitarbeit in einer der Gruppen werden vorausgesetzt.

Literatur:
Aus Politik und Zeitgeschichte (HG.) (2016): Zeitenwende in Lateinamerika? Bonn: Bundeszentrale für Politische Bildung.
Alvarez, Sonia/Evelyn Dagnino/ Arturo Escobar (1998): Cultures of Politics – Politics of Cultures: Re-Visioning Latin American Social Movements, Westview Press.

 

Games and Politics: Politische- und gesellschafts-kulturelle Aussagen in Videospielen

Seminar
Dozent: Michael Schulze von Glaßer
Montag, 14-16 Uhr
Raum: Moritzstr. 18 Campus Center – Raum 1118, Seminarraum 5
Beginn: 24.04.2017

BA Politikwissenschaft, Modul 5, Praxisbezug

US-Truppen marschieren 2014 in den Iran ein, die russische Armee besetzt 2016 Berlin und Hamburg und die USA sind im Jahr 2027 von Nordkorea erobert – heutige Videospiele erzählen brisante Geschichten. Doch wie wird internationale Politik in digitalen Spielen genau dargestellt? Welche politischen und gesellschafts-kulturellen Aussagen werden in populären Videospielen verbreitet? Und welche Rolle nimmt das Medium in realen politischen Auseinandersetzungen ein? Um diese und weitere Fragen geht es im Seminar „Games and Politics – Politische- und gesellschafts-kulturelle Aussagen in Videospielen“.

Dabei werden nicht nur bekannte Militär-Shooter wie die „Call of Duty“, „Battlefield“ oder (die mittlerweile eingestellte) „Medal of Honor“-Reihe behandelt, sondern auch Spiele anderer Genre: Welches Bild von internationalem Handel und von Globalisierung zeichnen Strategiespiele wie die der „Anno“- oder „Civilization“-Reihe? Was vermitteln Spiele wie „Die Sims“, die oft nicht als politisch wahrgenommen werden? Welche politischen Aussagen treffen aktuelle „Serious“- und „News“-Games? Und wie sind Spiele, die nicht gezielt für den „westlichen Markt“ bestimmt sind, aufgestellt?

Das Seminar führt praxisorientiert in die „Game Studies“ als interdisziplinäres Forschungs- und Arbeitsfeld ein. Es setzt einen Schwerpunkt auf die Darstellung „Internationaler Politik“ in Videospielen, soll die politischen und gesellschafts-kultruellen Aussagen von Videospielen aber auch darüber hinaus beleuchten. Daneben wird es auch ganz praktisch um die öffentliche Auseinandersetzung mit dem Medium „Videospiel“ gehen. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird die Möglichkeit gegeben auch selbst thematisch passende Spiele und Ideen ins Seminar einzubringen.

Literatur:
Bevc, Tobias: Computerspiele und Politik – Zur Konstruktion von Politik und Gesellschaft in Computerspielen, Berlin 2007.
Power, Marcus: Digital War Games and Post 9/11 Geographies of Militarism, in: Schubert, Rikke/Virchow, Fabian/White-Stanley, Debra/Thomas, Tanja: War Isn’t Hell, It’s Entertainment – Essays on visual media and the representation of conflict, Jefferson (North Carolina, USA), 2009.
Schulze von Glaßer, Michael: Das virtuelle Schlachtfeld – Videospiele, Militär und Rüstungsindustrie, Köln 2014.

 

Wer regiert die Welt? Die Rolle der Akteure in den Theorien der internationalen Beziehungen.

Seminar
Dozent: Felix Anderl
Montag, 12-16 Uhr (14-tägig) an den folgenden Terminen: 08.05. 22.05. 29.05. 19.06; Blockveranstaltung: 30.06. (16-20 Uhr), 01.07. (10-13; 14-17 Uhr)
Raum: Seminarraum im Kolleg Global Social Policies&Governance, Gottschalkstr. 10-12

BA Modul 2b, Lehramt Politik und Wirtschaft Mo 9

Es gibt keine Weltregierung. Und doch ist die Metapher der internationalen „Anarchie“ in der Disziplin der Internationalen Beziehungen (IB) in die Jahre gekommen; zu offensichtlich lassen sich auch in der suprastaatlichen Arena Machtasymmetrien und Herrschaftsmechanismen vorfinden. Doch wer regiert hier eigentlich wen? Wie ist dieses „Regieren“ legitimiert und mit welchen Effekten? In diesem Seminar gehen wir der Frage nach der Handlungsmacht (Agency) in den IB nach und betrachten sie aus den Perspektiven verschiedener IB-Theorien. Die Studierenden bekommen anhand der jeweiligen Theorien einen Überblick über die fundamental unterschiedlichen Blickwinkel auf die Rolle der Akteure in der internationalen Politik. Sie sollen am Ende des Seminars in der Lage sein, die Unterschiede der grundlegenden Theorieangebote zu verstehen und kritisch zu hinterfragen sowie fundierte theoriebasierte Argumente über die komplexe Struktur internationalen Regierens machen zu können. Die regelmäßige Lektüre der Seminartexte sowie ein Referat pro TeilnehmerIn werden vorausgesetzt.

Literatur:
Schieder, Siegfried/Spindler, Manuela (Hrsg.) 2006: Theorien der Internationalen Beziehungen, UTB.

 

Leadership und Macht in Lateinamerika – am Beispiel einer Analyse lateinamerikanischer Hochschulen

Seminar
Dozentin: Dr. Rosalba Badillo
Donnerstag, 16-18
Beginn: 27.4.2017
Raum Mönchebergstr. 1, Raum 3012
MA Soziologie, Lehramt Politik und Wirtschaft

Die Beziehungen zwischen verschiedenen Systemen bzw. Akteuren beruhen hauptsächlich auf vier verschiedenen Aspekten: Macht, Einfluss, Vertrauen und Verständigung (vgl. Zündorf, 1986). In diesem Sinne wird auch die Macht als ein wichtiger Aspekt der Führungsanalyse in Betracht gezogen. Obwohl keine spezifischen Theorien über Macht und Leadership entwickelt wurden, stellen sie zwei Konzepte dar, die üblicherweise in Zusammenhang gebracht werden. Macht wird als ein Teil des Führungsprozesses betrachtet. Northouse (2016) grenzt sie als die Fähigkeit oder das Potential, Einfluss aus zu üben, ab. Führungskräfte können die Überzeugungen, Einstellungen, Werte oder das Verhalten der Anderen prägen. Burns (1978) betrachtet Macht aus einer relationalen Sicht: Macht besteht in Beziehungen und kann sowohl von Führungskräften als auch von Mitarbeitern benutzt werden, um die gemeinsamen Zielen zu erreichen. Dabei sind kulturelle Unterschiede von Bedeutung.
Ziel des Seminars ist ein vertiefter Einblick in die Forschung zu Leadership und Macht in lateinamerikanischen Ländern. Nach der allgemeinen Einführung in die wesentlichen Führungs- und Machtansätze (hier z.B. Bass & Bass, 2008; French & Raven, 1959, usw.) wird der Schwerpunkt auf die lateinamerikanische Kultur liegen und anschließend werden die erworbenen Kenntnisse anhand der Analyse lateinamerikanischer Organisationen (hier v.a. Hochschulen aber auch andere Organisationstypen) angewendet.

Literatur:
Brodbeck, F. C. (2016). Internationale Führung. Das GLOBE-Brevier in der Praxis (Die Wirtschaftspsychologie). Berlin: Springer.
French, J. R. P. & Raven, B. H. (1959). The bases of social power. In D. Cartwright (Hrsg.), Studies in social power (S. 150-167). Ann Arbor: University of Michigan.
González Ledesma, M. A. (2014). New modes of governance of Latin American higher education: Chile, Argentina and Mexico. Bordón. Revista de Pedagogía, 66 (1), 137-150.
House, R. J., Javidan, M., Hanges, P. J. & Dorfman, P. W. (2002). Understanding cultures and implicit leadership theories across the globe: an introduction to project GLOBE. Journal of World Business, 37 (1), 3-10.
Levy, D. C. (1986). Higher education and the state in Latin America. Private challenges to public dominance. Chicago: University of Chicago Press.

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