Forschung

Forschungsschwerpunkte

Inhaltlich hat sich das Fachgebiet auf zwei Themenschwerpunkte ausgerichtet:

Erstens nimmt das Fachgebiet neben den Kernthemen der Disziplin „Internationale Beziehungen“ die Nord-Süd-Beziehungen und ihre verschiedenen transnationalen Akteure stärker in den Fokus. Seit dem Ende des Ost-West-Konfliktes beginnen die Nord-Süd-Beziehungen eine neue Qualität zu entfalten, die das Potenzial haben, zu einer neuen Konfliktachse des internationalen Systems zu werden. Über Bumerang-Effekte wie ökonomischer Wettbewerbsdruck, schwache Staaten, Migration, Klimawandel und ökologische Katastrophen, Terrorismus etc. werden die weltweiten Ungleichheiten auch für den Norden immer mehr zum Problem. Eine produktive Auseinandersetzung mit diesen globalen Asymmetrien muss insbesondere die sozialen und ökologischen Dimensionen der Globalisierung und die Frage der Demokratisierung internationaler Politik bearbeiten und darf hierbei eine kritische Reflexion westlichen Konzepte und Leitbilder nicht vergessen. Neben dem erkenntnistheoretischen Interesse über die Verschiebungen im Weltsystem sollen zusätzlich politische Handlungsoptionen ausgelotet werden, die zum nachhaltigen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Ausgleich zwischen Norden und Süden beitragen.

Zweitens beschäftigt sich das Fachgebiet empirisch und theoretisch mit Fragen der sozialen Ungleichheit und gesellschaftlichen Teilhabe am Beispiel Lateinamerikas. Lateinamerika ist die Region mit den größten sozialen Ungleichheiten weltweit, die sich mit der Rückkehr zur Demokratie teilweise sogar vergrößert haben. Um die hartnäckige Existenz der Ungleichheiten zu verstehen, erforschen verschiedene im Fachgebiet angesiedelte Arbeiten, inwiefern internationale Faktoren sowie lokale Sozial- und Arbeitsmarkpolitiken soziale Ungleichheiten verringern, reproduzieren oder sogar verstärken. Über die empirische Analyse aktueller sozial- und arbeitsmarktpolitischer Reformprozesse in Lateinamerika werden zur Zeit Erfolgsbedingungen und Blockaden von Politiken zur Reduzierung sozialer Ungleichheiten, Fragmentierung und Prekarisierung herausgearbeitet. Die Forschungen zielen nicht nur auf Lateinamerika, sondern auch auf die Erkenntnisgenerierung für Chancen und Grenzen sozial- und arbeitspolitischer Handlungen außerhalb der OECD. Über konzeptionelle Überlegungen sollen sie Anstöße für politische Interventionen zur Reduzierung sozialer Ungleichheiten weltweit geben.

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